Vertrauen im Team aufbauen und Kontrolle abbauen: 5 Tipps für Führungskräfte

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Die wichtigste und gleichzeitig sensibelste Zutat für sinnvolle Zusammenarbeit ist…..Vertrauen!

Vertrauen: jeder wünscht es sich für das Team, in der Organisation und möchte es nicht zuletzt auch in sich selbst finden. Doch sobald wir uns mit dieser sensiblen Währung näher beschäftigen, bekommen wir es auch schon mit der Kehrseite der Medaille zu tun: Wenn wir vertrauen – wie kommen wir dann mit dem Gefühl von schwindender Kontrolle zurecht?

Als Führungskraft lohnt es sich für Sie, sich ein paar Minuten Zeit nehmen, um sich über Folgendes klar zu werden: Welche Bedeutung hat Vertrauen im Team für das Erreichen meiner Ziele? Wie kann ich persönlich ganz konkret zu einem vertrauensvollen Miteinander beitragen?

Ich für meinen Teil beschäftige mich als Moderatorin und Prozessbegleiterin sehr viel mit dem Thema Vertrauen, da es nie lange dauert, bis “mangelndes Vertrauen” innerhalb eines Teams im Rahmen einer Auftragsklärung zur Sprache kommt. Egal ob es um ein Team geht, das sich ineinander verstrickt hat, um ein Veränderungsprojekt, das auf wenig Begeisterung stößt oder wenn die Form der Zusammenarbeit in größerem Stil verändert werden soll, z.B. im Rahmen der digitalen Transformation. An dieser Stelle möchte ich deshalb ein paar Erkenntnisse mit Ihnen teilen und Ihnen mit 5 konkreten Tipps ein paar Ansatzpunkte geben – ganz ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Wieso Organisationen immer weniger darauf verzichten können, Vertrauen im Team aufzubauen

Vertrauen ist die kindliche Fähigkeit, auf das Unbekannte zuzugehen, als erkennten wir es wieder (Christian Bobin)

Wir befinden uns in Organisationen bei vielen Herausforderungen gerade auf einer Reise ins Ungewisse, bewegen uns wie im “Off-Road” Modus. Wir sind ohne Navigationsgerät unterwegs, weil wir die Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht mehr einfach in die Zukunft übertragen können. Wie wir es schaffen, Kunden innerhalb von 24 Stunden zu beliefern? Woher sollen wir das wissen, wenn sie sich bis vor 2 Jahren noch mit einer Woche Lieferzeit begnügt haben. Wie es uns gelingt, die Generationen YZ etc. für eine Mitarbeit zu motivieren? Die Bonbons der Vergangenheit, grosse Dienstwagen und tolle Titel auf der Visitenkarte erfüllen ihren Zweck jedenfalls nicht mehr. Wir haben es also mit jeder Menge Unbekannten zu tun. Das erzeugt ein unangenehmes Gefühl von Kontrollverlust.

Kontrollbedürfnis runter – Vertrauenskompetenz rauf: die Marschrichtung für zukunftsfähige Führungskräfte

Ob wir wollen oder nicht – wir müssen raus aus der Komfortzone. Zumindest zeitweise, um neue Lösungen zu finden, und das möglichst ohne Angst davor, etwas falsch zu machen (Genau, “Fehlerkultur” ist das zweithäufigste Wort, das ich aktuell in Gesprächen mit Führungskräften höre). Der Schritt rein in die Lernzone und raus aus der Komfortzone gelingt uns in Organisationen nur mit Vertrauen. Denn wenn wir vieles nicht wissen, können wir defakto vieles schlichtweg nicht kontrollieren. Der ausgefeilteste Wasserfall-Projektplan hilft uns nicht viel, wenn wir aus mangelnder Erfahrung gar nicht wissen können, wie lange es z.B. dauert, die neue innovative Geschäftsidee zu entwickeln.

Psychologische Sicherheit oder was Google uns über den hohen Stellenwert von Vertrauen lehrt

Nicht weiter überraschend, dass bei Google Teamwork der Schlüssel zum Erfolg ist. Doch als Führungskraft wissen Sie nur zu gut, dass ein effektives Team nicht einfach vom Himmel fällt. Daher hat Google zwei Jahre lang unter dem Projektnamen „Project Aristotle“ erforscht, was Effektivität in Teams ausmacht. Dabei kristallisierten sich fünf Merkmale besonders heraus. Verlässlichkeit ist unerlässlich für ein effektives Team und jedes einzelne Mitglied muss seine Aufgaben gewissenhaft und vor allem pünktlich erledigen. Ebenso ausschlaggebend sind klare Ziele und Rollenverteilungen, eine persönliche Bindung zum Projekt und der Glaube daran, dass die Arbeit des Teams eine größere Bedeutung hat. Doch die größte Bedeutung hat die Psychologische Sicherheit.

Wofür steht Psychologische Sicherheit? In einem leistungsstarken, engagierten Team fühlen sich die Mitarbeiter fähig und kompetent, nicht entmutigt und ängstlich. Laut der Organisation Great Place To Work arbeiten Teams mit hoher psychologischer Sicherheit zehnmal effektiver zusammen als Teams, die durch andere Anreize wie Boni und Vergütungen motiviert sind. Was bedeutet das für Sie als Führungskraft? Effektive Teams, die Besonderes leisten, brauchen ein Arbeitsumfeld, in dem sie sich etwas trauen: Fragen zu stellen, Ideen zu kreieren und Bedenken zu äußern. Wer vertraut, hat keine Angst vor Vergeltungsmaßnahmen im Falle von Irrtümern und Fehlern. Es gehört zu einer Ihrer wichtigsten Aufgaben, so ein vertrauensvolles Arbeitsumfeld mitzugestalten.

Vertrauen im Team aufbauen: 5 Tipps für Führungskräfe, die dazu beitragen möchten

Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen. (Voltaire)

  1. Akzeptieren Sie Ihre Unwissenheit: Anders als vielleicht früher, steht und fällt Ihre Autorität nicht mehr mit Ihrem alles umfassenden Fachwissen, sondern vielmehr mit Ihrer Glaubwürdigkeit. Stehen Sie zu dem, was Sie wissen, genau so wie zu dem, was Sie nicht wissen. Leben Sie vor, wie ein guter Umgang mit Nichtwissen aussieht, z.B. in dem Sie gemeinsam mit Ihrem Team Neues ausprobieren und die Erfahrungen reflektieren. Sie haben in Ihrem Wochenmeeting z.B. noch nie zum Thema gemacht, wie es jedem Einzelnen damit geht, dass alles gefühlt immer komplexer und kurzlebiger wird? Prima, dann probieren Sie es doch über einen Zeitraum von 4 Wochen mal aus und schauen Sie, wie es Ihnen beim gemeinsamen Vorankommen hilft.
  2. “Walk the Talk”: Gehen Sie den Weg, den Ihre Worte ebnen. Es ist Ihnen wichtig, sich auf Ihr Team verlassen zu können, z.B. dass alle pünktlich zu Meetings erscheinen und ihre zugesagten Aufgaben auch erledigen? Dann legen Sie den Maßstab zunächst an sich selbst an. Machen Sie es zu einer Ihrer Top-Prioritäten, pünktlich und vorbereitet zu sein. Vermitteln Sie Ihrem Team zudem den Sinn, den Sie in Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sehen. Das lässt sich auch prima mit Tipp 1 verknüpfen. Wenn auf das, was um Sie herum passiert, immer weniger Verlass ist (Kunden wechseln ihre Meinung, Wettbewerber schiessen plötzlich aus dem Boden), dann können Sie sich im Team mit kleinen Selbstverständlichkeiten Halt geben. Damit lenken Sie das Bewusstsein erfolgreich weg von allem, was sich schwer verändern lässt hin zu dem, was Sie im Team tagtäglich positiv beeinflussen können.
  3. Schaffen Sie Räume für offenen Austausch. Teams brauchen regelmäßige persönliche Aussprachen, um Vertrauen untereinander zu fassen. Führen Sie also einen festen Agendapunkt im Wochenmeeting ein, der zum offenen Austausch über das Miteinander einlädt. Misstrauen entsteht vor allem da, wo wir interpretieren ohne zu wissen. Schnell werden aus Vermutungen unschöne Gerüchte, die dann als letzte Wahrheit über den Flurfunk zirkulieren. Missverständnisse sind vor allem in Teams an der Tagesordnung, in denen unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander treffen. Die “Andersartigkeit” wird dann schnell als Angriff auf die eigene Persönlichkeit verstanden. Ein Teammitglied legt vielleicht viel Wert auf strukturiertes Arbeiten und legt zu jedem Thema eine ausladende Tabelle an. Das nächste Teammitgleid ist vielleicht das passenden Gegenstück, in dem es gut darin ist, jeden Tag aufs neue kreative Lösungen zu finden. So ganzheitlich die Ergebnisse eines solchen Gespanns sind, so spannungsgeladen kann auch der Austausch untereinander sein. Eine Klärung der gegenseitigen Erwartungen und ein Wertschätzen sowohl der Gemeinsamkeiten wie auch der Unterschiede ist ein guter Nährboden für gegenseitiges Vertrauen. Beim Klären schwieriger Teamthemen macht sich übrigens unser Elefantendiolog ganz prima.
  4. Verhalten Sie sich loyal. Sprechen Sie auch in Abwesenheit Ihres Teams immer so über seine Mitglieder, dass diese auch problemlos zuhören könnten. Wenn Vorwürfe gegen Ihr Team laut werden, so sprechen Sie zuerst mit den tatsächlich Beteiligten, bevor Sie sich eine Meinung über den Vorfall bilden und dazu äußern. Vermutlich wünschen Sie sich, dass sich Ihr Team auch Ihnen gegenüber so verhält. Gehen Sie hier also mit gutem Beispiel voran.
  5. Übertragen Sie Verantwortung und lassen Sie los. Jeder, der Kinder hat, weiss, wie sie innerlich über sich hinaus wachsen, wenn wir ihnen echte Verantwortung übertragen, und sei es nur für Kleinigkeiten. Zum Beispiel die Brötchen am Sonntagmorgen zu holen. Gingen wir dann aus Sorge heimlich hinterher, würden wir ihr Selbstvertrauen schädigen. Lassen wir sie aber tatsächlich ziehen und lassen damit auch unsere Befürchtungen los, vermitteln wir ihnen, dass wir ihnen die neue Herausforderung tatsächlich zutrauen. Damit lehren wir sie Selbstvertrauen. Nichts anderes erreichen wir, wenn wir unserem Team Aufgaben übertragen und gleichzeitig ihnen die Freiheit schenken, die Art und Weise der Aufgabenerfüllung selbst zu bestimmen.

Vertrauen schaffen fängt übrigens mit Selbstvertrauen an

Sich selbst vertrauen bedeutet, etwas anzugehen, das uns noch keine tausend Mal gelungen ist, ja das wir vielleicht noch nie ausprobiert haben (Charles Pépin)

Vertrauen entsteht von innen nach außen. Je mehr ich als Führungskraft mir selbst vertraue, desto mehr Vertrauen wird mir auch entgegengebracht. Und das tiefere Selbstvertrauen geht weit über das klassische Selbstbewusstsein hinaus, das auch mal nur an der Fassade glänzen kann. Wenn ich mir wirklich vertraue, dann habe ich mich sowohl mit meiner Schokoladenseite wie auch mit meinen weniger gefälligen Verhaltensweisen angefreundet und bin bereit, dazu zu stehen und gleichzeitig täglich an einer guten Balance meiner inneren Gegensätze zu arbeiten. Und ich wage es dann auch, Neuland zu betreten und meine Komfortzone immer mal wieder zu verlassen. Also genau die Kompetenz, die es einer zukunftsfähigen Organisation ermöglichen wird, die täglich wachsenden Herausforderungen als Chance zu nutzen.

Ich wünsche Ihnen erfolgreiches Säen von vielen kleinen Vertrauenssamen. Und falls Sie sich auf dem Weg Unterstützung wünschen, sind wir mit teamElephant gerne zur Stelle.

Ihre Gesine Engelage-Meyer

Wofür stehen wir bei teamElephant?
Wir unterstützen Führungskräfte dabei, ihre Teams für Veränderungen zu gewinnen und Konflikte als Ressource für vertrauensvolle Zusammenarbeit zu nutzen.
Das nennen wir elephantCHANGE = Change Management auf die persönliche Art
und elephantMODERATION= Konfliktmoderation auf die empathische Art.

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