House of Change: Change Phasen mal anders – Tipps für gelingende Change Kommunikation

Change Phasen Modell House of Change Management Organisationsentwicklung

Es ist alles nur eine (Change) Phase…oder wie kommen wir da jetzt wieder raus?

Change Phasen Modelle sind Ihnen als Führungskraft wahrscheinlich schon so einige begegnet. Den Change Prozess in einem Modell abzubilden bringt allerdings Vorteile wie auch Nachteile mit sich.

Ein Vorteil: Es wird deutlich, dass Change Prozesse sehr dynamisch daherkommen, und neben den fachlich-sachlichen Herausforderungen auch „unter der Haut“ einiges passiert.

Ein Nachteil: Sie könnten leicht den Eindruck bekommen, dass es eine klare WENN-DANN Logik gibt. WENN es Ihnen als Führungskraft z.B. gelingt, Ihr Team aus einer Abwehrhaltung heraus zum Mitmachen zu bewegen, DANN könnten Sie meinen, es gehe ab da gefühlt nur noch aufwärts. So einfach ist es in der spannenden Wirklichkeit dann eben auch wieder nicht.

Tatsächlich ist das Leben in Organisationen, die sich verändern, viel bunter als jedes Modell. Das im Kopf behaltend, lassen sich Phasenmodelle dann auch gut einsetzen, z.B. zur Reflexion und Standortanalyse. Dabei ist es gar nicht so entscheidend, das sachlich „richtige“ Kreuz zum aktuellen Standort in der Modellabbildung zu setzen, sondern darüber miteinander ins Gespräch zu kommen. Und ganz nebenbei Zuversicht zu entwickeln. Es kann nämlich ganz schön erleichternd sein zu erkennen, dass die oft verrückt erscheinenden Zustände tatsächlich ein normaler und wichtiger Teil der gemeinsamen Veränderungsreise sind.

Das House of Change als erfrischende Alternative zu den omnipräsenten Modellen mit den Gefühlskurven

Bei teamElephant arbeiten wir in Change Workshops sehr gerne mit dem House of Change (nach Claes F. Janssen). Es ist leicht vermittelbar und Rationalisten finden leichter einen Zugang als zu den omnipräsenten Modellen mit Gefühlskurven. Zudem bringt fast jeder Erfahrungen mit dem Bauen oder Renovieren von Häusern bzw. Wohnungen mit. Und schon ist ein eleganter Einstieg geschafft in die Achterbahn der Gefühle in Veränderungsprozessen. Die Umrisse des House of Change lassen sich auch prima mit Klebeband auf dem Fußboden abbilden. Dann bitten Sie Ihr Team, sich im passenden Raum aufzustellen. Und wer schon aufgestanden ist, der ist im nächsten Schritt auch eher bereit, vom eigenen Erleben zu berichten.

Woran Sie die einzelnen Räume im House of Change erkennen….und welche Impulse Sie als Führungskraft jeweils setzen können

  1. Raum der Zufriedenheit / Komfortzone
    • Was gerne gesagt wird: Wir haben gar kein Problem! Wir sind schon lange die Besten. Wir haben Wichtigeres zu tun…
    • Wie oft gehandelt wird: Bürokratisch, wenig Aufmerksamkeit für die Außenwelt (z.B. Mitbewerber), wenig Gehör für alles was zwischen den Zeilen gesagt wird, der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt auf dem Operativen
    • Mögliche Wege heraus: Wachrütteln mit Zahlen/Daten/Fakten der Außenwelt, Worst Case Szenarien, „Best Practice“ Besuche bei erfolgreichen Wettbewerbern, Abfragen der persönlichen Unzufriedenheiten, „Herauskitzeln“ der unerfüllten Wünsche
  2. Raum der Ablehnung
    • Was gerne gesagt wird: Welches Problem? Das haben wir schon immer so gemacht. Darauf haben wir keinen Einfluss. Das sind Fehler der anderen. Die Wettbewerber sind viel schlechter als wir. Dafür haben wir keine Zeit.
    • Wie oft gehandelt wird: Vergangenheit und Gegenwart werden verteidigt, die „Verantwortlichen“ werden in Schutz genommen, wichtige Infos werden ignoriert, die Probleme werden klein geredet
    • Mögliche Wege heraus: Einfühlsamer Umgang mit den Bedenken bei gleichzeitiger Klarheit mit dem zu Verändernden, Respekt für Vergangenheit zeigen, die positive Vision vermitteln (z.B. mit einer Change Story), Raum für Beteiligung schaffen statt fertige Lösungen vorzugeben, kleine erste Erfolge verdeutlichen, Raum und Zeit schaffen für offenen Austausch
  3. Raum der Verwirrung
    • Was gerne gesagt wird: Wo sollen wir nur anfangen? Es ist gerade alles so unübersichtlich. Ich finde mich nicht mehr zurecht. Früher war es besser.
    • Wie oft gehandelt wird: Frust und Unsicherheit machen sich breit, manche treten den Rückzug aus dem Projekt an, Schuldige werden gesucht, das Verhalten erscheint zunehmend irrationaler
    • Mögliche Wege heraus: die positive Vision weiter verdeutlichen, Ermutigung zum Ausdruck von Gefühlen, Betonung der Dinge die sich nicht verändern, Fokussierung auf erreichbare nächste Schritte, Abschiedsrituale feiern, Systeme und Prozesse sichern, positives Feedback für bereits Erreichtes
  4. Raum der Erneuerung
    • Was gerne gesagt wird: Allmählich fängt das alles an, Sinn zu machen. Packen wir es an! Gemeinsam können wir das schaffen. Es ist viel weniger schlimm als erwartet
    • Wie oft gehandelt wird: Es wird konstruktiv kommuniziert, einander zugehört, neue Ziele entstehen, es entwickelt sich einer neuer „Flow“.
    • Mögliche Wege heraus: Die positive Veränderungsenergie aufrechterhalten, weiter mit Feedback und Raum für offenen Austausch arbeiten, Erfolge feiern, Außenseiter integrieren, Erlerntes festhalten und auf den nächsten Veränderungsprozess übertragen

Können wir bitte gemeinsam und ohne Umwege aus der Zufriedenheit in die Erneuerung preschen?

Im wahren Leben bewegt sich jeder in seiner individuellen Geschwindigkeit durch einen Veränderungsprozess, und zwar auch mal vor und zurück und nicht starr geradeaus. Es gibt auch keine Abkürzung, die Sie sich als Führungskraft vielleicht so sehr wünschen: „Können wir nicht einfach alle zusammen fix aus der jetzigen Komfortzone (Raum der Zufriedenheit) in die Erneuerungzone preschen?“. Nein, denn dann würde all das für den Erfolg der Veränderung so wichtige Abwägen, Ausprobieren, Diskutieren und Innovieren, das in den Räumen der Ablehnung und Verwirrung passiert, ausfallen.  Lesen Sie hier mehr zum konstruktiven Umgang mit Widerstand.

Idealerweise gelingt es Ihnen als Führungskraft, Ihr Team dabei zu unterstützen, Veränderung nicht mehr als Ausnahmezustand sondern zu einem gewissen Grad als neuen Normalzustand zu betrachten. Ziel ist es in unserer dynamischen Welt also nicht mehr, wieder in den stabilen aber auch trägen „Raum der Zufriedenheit“ zurück zu kehren, sondern beweglich und lernbereit den „Raum der Erneuerung“ als bevorzugten Aufenthaltsraum zu wählen. Das fordert allerdings heraus und es könnte eine gute Idee sein, Ihrem Team das ein oder andere Training zur Förderung der Veränderungskompetenz anzubieten.

Sollten Ihre internen Change Ressourcen knapp werden oder Sie sich bewusst jemanden mit frischem Blick von außen als Sparringspartner an Ihrer Seite wünschen, so unterstütze ich Sie gerne.

Bewegende Veränderungen wünscht Ihnen Gesine Engelage-Meyer

Wofür stehen wir bei teamElephant?
Wir bewegen Elefanten! Wir unterstützen Führungskräfte dabei, ihre Teams für Veränderungen zu gewinnen und Konflikte als Ressource für vertrauensvolle Zusammenarbeit zu nutzen.
Das nennen wir elephantCHANGE = Change Management auf die persönliche Art
und elephantMODERATION= Konfliktmoderation auf die empathische Art

 

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