
Gerade könnten wir sie eigentlich leben und genießen – die Freiheit, unseren Arbeitsort auszuwählen (zumindest die meisten sogenannten „Wissensarbeiter:innen“ unter uns). Ein hybrides Arbeitsmodell eben, das uns flexibel Arbeit und Leben kombinieren lässt und produktive Ergebnisse beschert.
Leider knirscht es an vielen Ecken und Enden. Die einen klagen über „sinnlosen Bürozwang“. Die anderen fühlen sich machtlos bei ihrem Anliegen, das Team zusammen und produktiv zu halten.
78 Prozent der deutschen Führungskräfte geben laut einer aktuellen Microsoft Studie an, dass sie Probleme damit hätten, ihre Mitarbeitenden zurück ins Büro zu bekommen. Dies liegt laut der Studie daran, dass sich sowohl Mitarbeitende als auch Führungskräfte einen “besseren Grund” als die bloße Unternehmenserwartung wünschen, um wieder an den Büroschreibtisch zurückzukehren.
Dringend gesucht: ein guter Grund zur Rückkehr ins Büro
Zwischen Zwang und totaler Freiheit liegt ja zum Glück meistens ein sinnvoller Mittelweg. Niemand fühlt sich gerne fremdbestimmt und lässt sich zum Beispiel strikt vorschreiben, wann es was zu essen gibt. Auf der anderen Seite ist es auch nicht angenehm, zwar ganz autark den eigenen Menüplan festlegen zu können, aber immer nur alleine zu essen.
Wer möchte nicht eine sinnvolle Wahl haben? Dann sind wir auch bereit, aufs persönliche Lieblingsessen zu verzichten und einen Kompromiss zu schließen, wenn es dabei hilft, dass wir uns gemeinsam an einen Tisch setzen und über das Essen hinaus gute Gespräche führen.
Statt uns also die Köpfe über der Frage „Wie kriegen wir die Leute wieder ins Büro?“ zu zerbrechen, sollten wir zuerst eine ganz andere Frage stellen. „Warum sollten wir als Team auch im Büro arbeiten?“.
Ein wirksames hybrides Arbeitsmodell startet mit der Frage: Warum überhaupt ins Büro?
85 Prozent der deutschen Mitarbeitenden gaben in oben genannter Studie an, dass sie sich in ihrem Arbeitsalltag auch außerhalb des Büros produktiv fühlten, 79 Prozent der Führungskräfte äußerten jedoch genau daran Zweifel.
Neben einem Vertrauensthema haben wir also aktuell auch noch ganz unterschiedliche Sichtweisen darauf, welchen Rahmen produktive Arbeit braucht. Finden wir gemeinsam eine schlüssige Antwort auf die Frage “Warum überhaupt ins Büro zum Arbeiten?”, wird es viel leichter, sich auf ein wirksames hybrides Arbeitsmodell zu einigen.
Die fünf typischen Fehler und die 5 besten Tipps im Umgang mit Widerstand gegen Präsenzzeit im Büro findest Du übrigens in diesem Blog.
Vorher sollten wir jedoch noch einen Schritt zurück treten, und uns anschauen, was wir da eigentlich so miteinander anstellen, wenn wir arbeiten.
Was machen wir eigentlich miteinander, wenn wir arbeiten?
Wir denken, wir diskutieren, wir hören zu, wir entscheiden, wir erstellen Slides…wenn es gut läuft, dann kommt am Ende ein Ergebnis in Form eines gelösten Problems dabei heraus.
Was wir da miteinander tun, wenn wir was schaffen, lässt sich grob in drei Kategorien unterteilen.

(1) Informieren, Abstimmen, Ideen sammeln.
In Meetings der Klassiker: Informationen werden in Form einer Power-Point Präsentation an die Wand geworfen oder per Screenshare geteilt. Oder wir stimmen uns dazu ab, wer bisher was in einem Projekt erledigt hat. Vielleicht werden auf die Frage: „Hat jemand eine Idee, wie wir Problem xy lösen können?“ munter Ideen gesammelt (wenn es gut läuft).
Was diese Interaktionen gemein haben? Sie sind kaum komplex und üblicherweise auch wenig emotional.
(2) Diskutieren, Ideen verdichten, Entscheiden.
Wird eine Frage diskutiert, bei der die Meinungen auseinander gehen und von deren Antwort für die Beteiligten etwas abhängt, so kann es auch mal emotional sein und die hin und her fliegenden Gesprächsstränge haben eine gewisse Komplexität. Hat ein erstes Brainstorming viele Post-It’s hervor gezaubert und gilt es nun, die vielen Ideen zu einer gemeinsamen zu verdichten, erfordert das einiges an Gehirnschmalz und es gibt gerne mal Befindlichkeiten. Dann zu entscheiden, welche Idee in die Umsetzung geht ist nicht immer komfortabel – kein Wunder also, dass Entscheidungen oft vertagt werden.
In dieser Kategorie sind die Interaktionen sowohl komplexer als auch emotionaler als in der ersten.
(3) Kennenlernen, Verbinden, Klären.
Ging es zum Beispiel zu einem Thema schon diverse Male hoch her und die Fronten haben sich vielleicht schon verhärtet, dann sind wir bei Kategorie 3 angekommen. Die
